MotionWorks GmbH



Alles in der Tüte



Producer Igor Fürnberg

MotionWorks ist Ko-Produzent für neue Bastelshow

Im Februar startet ein neues Bastelmagazin im deutschen Fernsehen. An der internationalen Produktion Artzooka! ist MotionWorks als deutscher Ko-Produzent beteiligt. Zusammen mit dem kanadischen Produzenten CCI Entertainment und dem deutschen Fernsehsender Nickelodeon hat das Hallenser Unternehmen die Serie entwickelt. In Zusammenarbeit mit Absolventen der Burg Giebichenstein wurden mehr als 160 Bastelideen konzeptioniert und im Studio von MotionWorks entstanden alle Trickfilmelemente der Show (26 x 5 Minuten). Igor Fürnberg ist bei MotionWorks Producer für Artzooka!. Im Interview erklärt er das Konzept der Show und die tragende Rolle einer Papiertüte darin.

Artzooka! ist ein Bastelmagazin für Kinder. Wie kann man sich das genau vorstellen?

Der Grundgedanke ist, dass man aus Dingen, die man sowieso da hat, neue Sachen kreiert. Der Moderator Nils gibt ausgefallene Basteltipps und erzählt mit ganz einfachen Gegenständen Geschichten. Man muss nicht extra in einen Laden gehen und etwas kaufen, um tolle Sachen daraus zu basteln. Wir nutzen Dinge, die man im Haushalt findet, altes Spielzeug oder Dinge aus der Küche, die man sowieso wegschmeißen möchte. Das Anregen der eigenen Kreativität in Verbindung mit diesem Recycling-Gedanken war uns bei der Entwicklung der Serie sehr wichtig.

Können Sie uns ein Beispiel nennen?

Kokosnüsse und Cornflakes reichen aus, um Filmszenen zu vertonen. Ein Skatboard bekommt ein cooles Fledermaus-Motiv verpasst und aus Stromsteckern, Flaschenverschlüssen und Sellerieknollen entsteht ein schräges Schattenmonster.

Es gibt auch immer einen technischen Bereich mit Computern oder Fotokameras. Wir zeigen zum Beispiel, wie man seinen eigenen kleinen Stoppmotion-Knet-Film machen kann. Das geht mit einem ganz normalen kleinen Fotoapparat. Man baut sich auf einem Tisch eine Welt und dann kann man seinen eigenen Trickfilm drehen.

Die Sendung ist eine Mischung aus Realfilm und Animation. Welche Rolle spielt die Animation? 

 

Paper Bag Girl (Bild: ARTZOOKA SERIES 1 (Canada) Inc. / MotionWorks)

Neben dem Moderator Nils gibt es eine Animationsfigur, das Paper Bag Girl. Nils hat sie aus einer Papiertüte gebastelt. Sie ist seine Ko-Moderatorin und spielt bei der Erklärung der Basteltipps eine wichtige Rolle. Paper Bag Girl hat Arme und Beine und kann die tollsten Dinge aus sich selber rausholen. Aus diesen Dingen bastelt sie selbst neue Wesen und Gegenstände. Außerdem gibt sie am Ende eines Basteltipps immer noch mal eine Zusammenfassung. Ihr geht auch immer mal was schief, zum Beispiel bei den Sicherheitshinweisen. Da erklärt sie, dass man mit der Schere aufpassen muss und prompt schneidet sie sich. Am Kleber bleibt sie kleben…

Das ist also ganz klassisch der lustige Part …

Genau, sie bringt ein bisschen Comedy in die Show. Der Moderator bastelt die Paper Bag Girl im Vorspann selbst. Mit dem Zeitraffer davon fängt jede Sendung an. Danach verselbstständigt sich die Figur. Lustig ist auch die Paper Bag Show, eine kleine Slapstickeinlage in jeder Sendung. Zum Beispiel bastelt sie sich eine Katze und setzt noch ein großes Fell drauf. Plötzlich wird aus der Katze ein Löwe und das Paper Bag Girl muss weglaufen. Letztendlich löst sie die Situation auch durch Bastelei. So kommt das Problem vom Basteln, die Lösung aber auch.

Was nutzen Sie für eine Animationstechnik?

Das ist ein Computer gestützter Legetrick. Man arbeitet auf einem Lichttisch mit den ganzen Einzelelementen und dann nimmt man Bild für Bild mit einer Kamera auf. Durch schnelles Abspielen dieser Bilder beginnen die Figuren zu leben. Wallace und Gromit funktionieren so, das Sandmännchen auch. Bei der Produktion der Paper Bag Girl-Sequenzen in Artzooka! ist die Animation der Einzelbilder allerdings digital entstanden. Ein Team von 15 Leuten hat in unserem Studio die Animation und das Compositing des ursprünglich „realen“ Paper Bag Girls uns ihrer Begleiter im Computer erarbeitet.

Sie produzieren die Show zusammen mit CCI, das ist eine kanadische Produktionsfirma. Wie kam der Kontakt zustande?

Alles begann, als wir auf einer Animationsmesse diese tolle Figur gesehen haben. Die junge Engländerin Kathy Bray hat das Paper Bag Girl erfunden und wir haben die Rechte daran gekauft. Wir haben einen Partner gesucht, mit dem wir etwas aus dieser Figur machen können. Dann ist der Geschäftsführer von CCI, Arnie Zipursky darauf aufmerksam geworden. Auch er fand das Paper Bag Girl ganz toll, wollte sie in eine neue Bastelshow integrieren und hat Tony Loeser darauf angesprochen… und mit Kathy und den Ko-Produzenten haben wir dann zusammen die Figur weiterentwickelt, so wie sie jetzt im Fernsehen zu sehen ist.

CCI ist eine kanadische Produktionsfirma, die Kinderfilme macht und Family-Entertainment und Serien. Sie sind auch der größere Partner, CCI vertreibt auch Sende- und DVD-rechte. In Kanada ist der große, öffentlich- rechtliche Fernsehsender CBC mit im Boot. Auf der deutschen Seite ist der Fernsehsender Nickelodeon dabei und MotionWorks als Produzent.

Vielen Dank für das Gespräch.