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Bodo Bergmann über seinen Einstieg als Geschäftsführer des MDR Fernsehballetts
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Deutsches Fernsehballett des MDR (Steckbrief)
MDR DEUTSCHES FERNSEHBALLETT GMBH
Das muss man fühlen
Bodo Bergmann über seinen Einstieg als Geschäftsführer des MDR Deutschen Fernsehballetts
Im Dezember stand Knut Vietze noch ein Mal im Mittelpunkt. Mit großer Herzlichkeit nahmen die Mitglieder des MDR Deutschen Fernsehballett Abschied von ihrem langjährigen Chef, der in den wohlverdienten Ruhestand geht. Nun hat Bodo Bergmann das Ruder übernommen. Im Interview spricht er über seine ersten Aktivitäten und die nächsten Pläne
Herr Bergmann, was ist es für ein Gefühl, so ein traditionsreiches Unternehmen mit so einem gewachsenen Team zu übernehmen?
Gefühl, das ist, glaube ich, das richtige Wort. Geschäftsführer von so einem Ensemble zu sein, das muss man fühlen. Deswegen nehme ich viele Termine wahr, bis in den Ballettsaal hinein. Gerade gestern war das Vortanzen. Das war sehr spannend. Da haben sich ca. 60 Tänzerinnen und Tänzer beworben. Bei solchen Terminen kann ich ein Gefühl dafür entwickeln, wie sich so ein Ensemble bewegt. Ich kenne das Ensemble schon einige Tage, aber nun lerne ich täglich dazu.
Sie kennen das Ensemble sicher von Ihrer Tätigkeit als Produktionsleiter beim MDR. Was ist Ihre Aufgabe dort?
Als Produktionsleiter bei den „Festen der Volksmusik“ trage ich im Prinzip die organisatorische und wirtschaftliche Gesamtverantwortung. Das geht los beim Buchen einer Halle, eines Hotels, geht über die gesamte Logistik bis zur Begleitung der Entwicklung eines Szenenbildes. Ich betreue eigentlich jeden Schritt, auch künstlerisch, bis zur fertigen Sendung am Samstagabend in ARD und ORF.
Haben Sie bei dieser Tätigkeit auch schon Mitglieder des Ensembles kennengelernt?
Nein, eigentlich nicht. Wie jeder Mensch bin ich dieser großen Gruppe mit etwas Zurückhaltung entgegen getreten. Persönliche Kontakte sind relativ schwierig, weil man riesigen Respekt hat. Das ist schließlich ein 26-köpfiges Ensemble. Das nimmt man als große, homogene Gruppe wahr, insofern ist es schwierig, mit jemandem intensiv ins Gespräch zu kommen. Hin und wieder hatte ich natürlich mit den Choreographen und der organisatorischen Managerin Mona May Kontakt, aber mehr eigentlich nicht.
Der Künstlerische Leiter Ferenc Salmayer ist auch in den verdienten Ruhestand gegangen. Wie wird es künstlerisch weitergehen?
Wir haben uns darauf verständigt, dass es eine erste Choreographin geben wird, das ist Ophelia Vilarova. Wir freuen uns, dass aus dem Ensemble ab 1. 1. 2010 Darina Dimitrov als Choreographin beschäftigt wird. Wir haben verschiedene Gastchoreographen, zum Beispiel Jana Torneva, auch langjährige Solistin im Ensemble. Im nächsten halben bis ganzen Jahr werden wir uns darauf verständigen, wer diese Funktion des Künstlerischen Leiters übernehmen wird.
Neben den Auftritten im Fernsehen ist das MDR Deutsche Fernsehballett unentwegt auf Tour. Was sind die Schwerpunkte bei den Off-Air-Veranstaltungen im nächsten Jahr?
Wir wollen versuchen, noch mehr von diesen Off-Air-Veranstaltungen zu machen. Dafür gibt es Georg Strecker, der quasi an meiner Seite für die Akquise von Veranstaltungen zuständig ist und der ab 1.1. diese Funktion übernimmt.
Im nächsten Jahr werden wir wieder mit Florian Silbereisen und dem „Frühlingsfest der Volksmusik“ auf Tournee gehen. Auch mit Andy Borg und dem „Musikantenstadl“ sind wir unterwegs und wir führen Gespräche zur dritten eigenen Tournee des Ensembles Ende 2010.
Wie weit sind die Planungen für die dritte Auflage der eigenen Tour?
Es gibt Gespräche. Ich möchte nicht so einen Automatismus einkehren lassen: Wir sind zwei Mal erfolgreich, das machen wir nun immer. Ich möchte erst mal die Gespräche führen und dann sagen: Ja, wir haben ein neuwertiges Programm, und ja, wir haben Termine frei. Dazu wird man sich in den nächsten Wochen verständigen.
Einige Mitglieder des Ensembles sind häufig auf einem Kreuzfahrtschiff. Wird dieses Engagement weitergehen?
Ja. Wir freuen uns, dass wir vom 18. Dezember 2009 bis zum 15. Mai 2010 wieder mit der MS Delphin Voyager um die halbe Welt reisen können und dort sechs Ensemblemitglieder mit unterschiedlichen Programmen an Bord haben.
Das klingt wie ein Traumjob. Aber ich habe gehört, dieses Engagement verlangt alles von den Tänzerinnen und Tänzern …
Ja, ich hab mich damit jetzt ein bisschen beschäftigt. Dort werden ca. 40 verschiedene Tänze zu absolvieren sein. Wenn man sich überlegt, dass diese 40 Tänze jeweils alle einstudiert werden müssen, dann ist es ein richtig dickes Programm. Da liegt niemand auf der Sonnenliege. Bei weitem nicht.
So ein Ensemble ist naturgemäß ein sehr junges Team. Ist das ein anderes Arbeiten?
Ja und Nein. Ich glaube, das hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit der Mentalität. Es freut mich wirklich, dass es viele Tänzerinnen und Tänzer und Leitungsmitglieder gibt, die für ihre Arbeit brennen. Das spürt man sofort. Deshalb kann man die Atmosphäre beim Ensemble nur schwer mit der in anderen Teams vergleichen.


